Im Folgenden habe ich in einem fundierten, datenbasierten Kommentar zu der Frage Stellung genommen, ob Borussia Dortmund den Vertrag mit Julian Brandt verlängern sollte – trotz der in weiten Teilen sehr kritischen Wahrnehmung in der Fanlandschaft. Ein Pro & Contra.
Leistung: Was sagen die Zahlen wirklich?
Kreative Qualität ist objektiv vorhanden Auch wenn Brandt oft als „unbeständig“ gilt, zeigen die aggregierten Leistungsdaten, dass er überdurchschnittliche kreative Werte produziert: - In der aktuellen Saison 2025/26 hat Brandt in der Bundesliga 4 Tore und 2 Assists erzielt und zeigt damit direkte Torbeteiligungen als Startspieler. - Passstatistiken und „Key Passes“ (also Pässe, die echte Chancen kreieren) liegen in hohen Bereichen (z. B. xA im oberen Percentile), was darauf hindeutet, dass Brandt nicht nur „viel läuft“, sondern auch qualitativ sinnvolle Pässe spielt. Solche kreativen Kennzahlen sind oft aussagekräftiger als reine Tor/Assist-Zahlen, weil sie zeigen, wie Spieler das Spiel öffnen oder Chancen vorbereiten – nicht nur vollenden. Langfristige, positive Karrierekennzahlen Über seine gesamte Karriere hinweg hat der gebürtige Bremer: - über 400 Profispiele, davon mehr als 280 für Dortmund, absolviert. - eine solide Quote aus nahezu 100 direkten Scorerpunkten (Tore + Assists) für Dortmund. Solche Erfahrungswerte sind für einen Klub wie Dortmund u.U. wertvoll, gerade wenn andere kreative Optionen fehlen oder unerfahren sind. Kontext: Erwartung vs. Realität Ein zentrales Problem der Bewertung Brandts ist die Diskrepanz zwischen Erwartungshaltung und realer Rolle: A. Erwartungen Brandt wurde mit der Erwartungshaltung „Spielmacher“ und kreative Leitfigur verpflichtet – erst von Bayer Leverkusen, dann für den BVB. In der Dortmunder Fanszene führte das dazu, dass an ihn hohe qualitative Erwartungen geknüpft wurden. B. Realität Die Realität sieht oft „konstant inkonstant“ aus: - Fans und Medien kritisierten seit 2019/20, seinem ersten Spieljahr im Schatten des Westfalenstadions, wechselhafte Phasen mit schwachen Auftritten und häufigen Entscheidungsproblemen. - Doch paradoxerweise liefern fortgeschrittene Metriken zugleich solide Kreativwerte – etwa hohe Expected Assist-Werte (xA) oder hohe Quantitäten an Schlüsselpässen. Fakt ist: Fußballstatistik ist ein mehrdimensionales Feld. Tore/Assists allein sind nicht immer der beste Indikator für Spielwert – viele moderne Analysen (z. B. im akademischen Bereich) betonen, dass kreative Werte, progressive Pässe und Spielmacheraktionen oft wichtiger sind als reine Abschlusszahlen. Teamtaktik und Systemeffekt Ein oft übersehener Punkt: Brandts Output hängt stark vom „Gesamtsystem“ ab. Beim BVB wurde er nicht immer in der Position eingesetzt, die seine besten statistischen Stärken maximiert (z. B. enge Kombination im letzten Drittel, tieferer Spielaufbau, etc.). Gerade bei Teams mit vielen schnellen, direkten Außenbahnspielern oder Konterfokus kann ein technisch, aber nicht extrem dynamischer Spielmacher wie Brandt falsch bewertet werden, weil seine Stärken nicht optimal zur Geltung kommen. Vertrags- und Kaderüberlegungen Einige Berichte deuten aktuell darauf hin, dass Borussia Dortmund grundsätzlich dazu bereit ist, mit Brandt zu verlängern – aber nur unter bestimmten Bedingungen, (z. B. Gehaltsanpassung/Reduzierung). Warum ist das kein Selbstläufer? - Brandt ist bereits 29, also kein junger Entwicklungsspieler mehr – Verträge ab 3+ Jahren sind bei dieser Altersklasse bekanntermaßen riskanter. - Dazu kommt, dass seine fast körperlose Art zu spielen, in heutigen Zeiten, wo robustes Zweikampfverhalten gefragt ist, wenig bis kaum mehr Vorteile im Mittelfeld bringt. - Außerdem ist das Kaderplanungsspielraum in Dortmund finanziell (warum auch immer) ziemlich begrenzt – jeder Platz im Budget muss „strategisch“ eingesetzt werden. Deshalb wäre eine Vertragsverlängerung nur dann logisch, wenn Brandt: 1. Trotz seines Alters weiterhin ein konstantes Leistungsniveau hat, 2. in taktischer Rolle klar identifizierbar ist, 3. finanziell für den Klub vertretbar bleibt. Profil und Leistungsanalyse Ohne diese Punkte würde Verlängern aus wirtschaftlicher Sicht kaum Sinn machen. Betrachtet man nüchtern seine Stärken (Position: Offensives Mittelfeld) aus mehreren hundert Profispielen, bleibt mit seiner ab und an angedeuteten Kombinationsstärke, mach klugem Pass- und Positionsspiel und dem einen oder anderen Torerfolg wenig vorzeigbares. Anders müssen seine zahlreichen Schwächen bewertet werden. In vielen kreativen Top-Statistiken befindet er sich im Vergleich nicht auf dem Niveau der absoluten Elite (z. B. Wirtz, Musiala). In der aktuellen Dortmunder Taktik ist er auch unter Kovac nicht immer erste Wahl und wird eher rollierend eingesetzt.

Fazit – Keine Schwarz/Weiß-Entscheidung
Warum viele Fans Brandt kritisch sehen, ist verständlich:
– Er hat nie den großen „Star“-Status beim BVB erreicht.
– Seine Leistungsbereitschaft wirkt phasenweise phlegmatisch.
– BVB-Fans erwarten oft klare, spektakuläre Spielmacherrollen
(Kein Wunder, denn sie haben über die Jahre tolle 10er erlebt: Peter Geyer, Zoltan Varga, Marcel Raducanu, Andy Möller, Tomas Rosicky – um nur mal einige, wenige aus verschiedenen Epochen zu erwähnen).
Warum es dennoch Gründe für eine Verlängerung geben kann:
– Brandt liefert – objektiv „solide“ kreative Werte, auch in erweiterten Metriken.
– Seine Erfahrung und durchaus vorhandene Spielintelligenz sind für ein Team mit vielen jungen Offensivkräften wertvoll.
– Er kann Räume öffnen und Torchancen vorbereiten – oft besser, als reine Tore/Assists suggerieren.
Kurz gesagt…
Eine Verlängerung lohnt nur, wenn sie taktisch und finanziell sinnvoll in die Gesamtplanung passt. Der Spieler hat durchaus noch immer das Potenzial, ein wertvoller Baustein zu sein – aber er ist kein unumstrittener „Game Changer“ in jedem Kontext.
Nun wäre es ja recht einfach, hier nonchalant den Abgesang auf „Jule“ anzustimmen, ohne eine fundierte, vergleichende Analyse von Brandt im Kontext möglicher Ersatz- bzw. Alternativspieler auf dem Transfermarkt bzw. innerhalb der Bundesliga-Spielermärkte – einschließlich einer spielerischen Bewertung pro Position (insbesondere im offensiven kreativen Mittelfeld), basierend auf aktuellen Daten, Markt- und Leistungsanalysen zu entwerfen.
Konkrete Alternativen: Wer könnte Brandt ersetzen?
Eine realistische Alternative – nach Marktgesichtspunkten, die in Dortmund als Ersatz für Brandt auf dem Zettel stehen könnte, wäre z.B. sicherlich ein Christoph Baumgartner von RB Leipzig. Hier sprechen wir über einen kreativen Mittelfeldspieler mit guten Abschluss- und Assists-werten – ein deutschsprachiger, klassischer „10er“ mit Bundesliga-Erfahrung.
Der Österreicher ist mit 26 im besten Fußballalter, seit 2023 im offensiven Mittelfeld der Sachsen zuhause und sein Marktwert von 20,00 Mio. € und sein Gehalt bei RB Leipzig werden auf rund 4 Millionen Euro pro Jahr geschätzt (Quelle: Transfermarkt) und wären somit bezahlbar.
Leider ist Ryan Cherki – der ideale Spieler auf dieser Position -Sportdirektor Kehl 2 x durch die Lappen gegangen. Dieser französische Profi wurde in ähnlichen Transferwert-Bereichen wie Brandt gehandelt – bietet aber deutlich mehr Dynamik oder andere Spielattribute (z. B. Dribbling, Spieltempo, Abschluss). Jetzt erfreut er Manchester City’s Fans.
Bewertung im Kontext Dortmund – Sportlich & Wirtschaftlich
Warum ein Ersatz sinnvoll wäre
– Brandt ist zwar technisch stark, aber nicht consistently top-performend im Vergleich zu anderen kreativen Spielern der Liga/Europa.
– Dortmund hat Leistungsanforderungen hoch – ein Spieler mit regelmäßig hoher Kreativpräsenz und Goals/Involvements wäre wertvoller.
Fazit
Brandt als kreativer Offensivspieler ist trotz Kritik alles andere als irrelevant – er deckt – zumindest phasenweise – eine klassische „10er-Rolle“ ab und kann mitunter auch Spiele beeinflussen. Aber: Auf dem aktuellen Markt gibt es mehrere Spieler, die in taktischer, physischer oder kreativer Hinsicht potenziell höheres Niveau oder Zukunftsperspektive bieten – sowohl innerhalb der Bundesliga als auch international. Dies macht einen möglichen Austausch oder Neuausrichtung für Dortmund sportlich legitim, insbesondere wenn man langfristiges Wachstum und sportliche Stabilität anstrebt (Stichwort: 2. Leuchtturm!)


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