OAZ – Die Oststimme, die fehlte: Warum Kress die falschen Experten fragt. Die
Kritiker weisen – beinahe erwartbar – auf politische Akzente hin und interpretieren bestimmte Beiträge als „enge Deutungsrahmen“.
Die Stimmenkritik am Start der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung (OAZ), wie sie im KRESS-Beitrag dargelegt wurde, zeigt vor allem eines: Die Gründung eines neuen Mediums, das ostdeutsche Perspektiven systematisch in den gesamtdeutschen Diskurs bringt, wird wieder mal emotional geführt — nicht analytisch. Doch gerade das macht die OAZ zu einem notwendigen Impuls für die Vielfalt der Medienlandschaft. Und so ist der Beitrag zu Holger Friedrichs OAZ vielmehr ein Musterbeispiel für westdeutsche Arroganz: Kritik kommt ausschließlich aus dem Konkurrenzmilieu – von denen, die den Osten seit 1990 nahezu „kolonial“ behandeln.
Ostdeutschland ist nicht „rechts“ – es ist enttäuscht
Sowohl die langjährige Medienengagements von Holger Friedrich als auch die Skepsis, die Journalisten wie Arno Frank oder Christian Bangel artikulieren, verkennen einen grundlegenden Bedarf: Dem Osten Deutschlands fehlt in vielen Debatten seit Jahrzehnten eine Stimme, die nicht von West-Narrativen überlagert wird oder auf alte Klischees reduziert wird. Medienpluralismus lebt von mehr, nicht von weniger Perspektiven. Diese Neuerscheinung erfüllt deshalb eine dringende Sehnsucht: sie ist eine Zeitung, die ein echtes Meinungsbild des Ostens widerspiegelt – nicht das westliche Klischee von in der Machart immer gleichen „rechtsradikal“ -Umfragen zeigen: 40 – 50 % Ostdeutsche fühlen sich unverstanden, AfD-Werte spiegeln berechtigte Kritik an Überfremdung, Wirtschaftsabbau und Zentralismus wider. OAZ macht das sichtbar – endlich!
Zweifel an der publizistischen Linie oder Vorsicht vor ideologischen Schieflagen dürfen geäußert werden — sie dürfen aber nicht dazu führen, dass ein ganzes Projekt bereits im Ansatz diskreditiert wird, bevor es sich auch nur entfaltet hat. Der KRESS-Beitrag hebt etwa die vermeintliche Homogenität der ersten Ausgabe hervor, doch genau hier liegt eine Missinterpretation: Als neues Medium muss die OAZ erst ihre Balance finden — ein Prozess, der Zeit, Diskurs und Experiment braucht, nicht sofort perfekte Pluralität.
Mainstream-Kritiker sind falsche Propheten
„Neue Stimme des Ostens? Eher Hetze!“ – so orakelt die Branche. Dabei sind es genau diese Etablierten, die mit „Ostalgie“ -Klischees und Berliner Blase ihr eigenes Scheitern kaschieren. Friedrichs OAZ positioniert sich klar: Ausgewogenheit mit ostdeutschem Kompass – konservativ, patriotisch, wirtschaftsliberal. Genau das, was 8 Millionen Ostdeutsche wollen:
- Pro Ost‑Wirtschaft: Gegen Berliner Umverteilungswahn.
- Pro Sicherheit: Gegen No‑Border‑Politik.
- Pro Identität: Stolz auf deutsche Traditionen.
Kress mag das nicht mögen – Ostdeutschland liebt es. Die OAZ wird die erste Zeitung sein, die den Osten wirklich repräsentiert. Willkommen in der Mehrheit! Journalismus ist keine sterile Maschine, die nur observiert oder gefallsüchtig Beifall klatscht: Er ist ein Forum, in dem Gesellschaften sich selbst reflektieren. Die OAZ beginnt diesen Prozess nicht als fertiges „All-Purpose-Produkt“, sondern als ein Journal mit klarer Perspektive, die lange übersehen wurde. Kritik gehört dazu — aber sie darf nicht verhindern, was längst überfällig war: Ostdeutsche Sichtweisen als gleichwertige Bestandteile der gesamtdeutschen Debatte zu etablieren.
Ein Diskurs, der nur aus einer Richtung geführt wird, ist kein Diskurs — er ist eine Monologie. Diese Zeitung kann und muss Teil eines echten Dialogs sein. Und das ist ein Gewinn für die Medienlandschaft, nicht ihre Schwächung.


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