Dieser Text stammt direkt aus dem Herzen eines weitgereisten Supporters und ist deshalb nah an der Alltagssprache von Fans beheimatet. Ich habe nicht die Absicht, berechtigte Kritik weichzuspülen, denn ich liebe Fußball. Wirklich. Aber das, was daraus geworden ist, macht es mir immer schwerer, ihn noch genauso zu fühlen wie früher.
Klar, die offensichtlichen Dinge kennt jeder: ein völlig entfesselter Transfermarkt, ständig wechselnde Spieler ohne echte Bindung mit der „Kohle geht vor Logo-Mentalität“, ganze „Leih-Armeen“ bei Topklubs und Vereine, die eher wie künstliche Projekte wirken als wie gewachsene Gemeinschaften. Dazu kommt dieser VAR, der im Spiel oft mehr kaputtmacht als hilft – Emotionen raus, Diskussionen rein.
Aber das ist alles nur die Oberfläche!
Was mich eigentlich stört, ist die Richtung, in die sich der Fußball insgesamt entwickelt hat. Alles ist „durchkommerzialisiert“ bis ins letzte Detail. In fast jedem Stadion prangen die Logos großer Airlines aus dem Nahen Osten – und man fragt sich irgendwann schon, was das alles noch mit dem Sport zu tun hat, den man einstmals so geliebt hat.
Und dann ist da noch etwas anderes, das viele spüren, aber selten klar aussprechen: Der Fußball wird zunehmend als Plattform genutzt, um vermeintlich gesellschaftliche „opportune“ Botschaften zu transportieren – und zwar ziemlich einseitig. Verbände wie der DFB sehen den Sport längst nicht mehr nur als Spiel, sondern auch als Werkzeug, um bestimmte – zumeist linke – Werte und Haltungen zu vermitteln.
Was aus unserem Fußball geworden ist
Überall geht es um Kampagnen, Leitlinien und Programme: Vielfalt, Inklusion, Antidiskriminierung, Nachhaltigkeit und vor allem Gegen Rechts. Alles Themen, über die man grundsätzlich reden kann – keine Frage. Aber im Fußball wirken sie inzwischen oft wie ein wokes Pflichtprogramm, das über allem steht.

Für viele Fans fühlt sich das inzwischen so an, als würde ihnen explizit gesagt, wie sie zu denken und sich zu verhalten haben. Als wäre man nicht einfach nur Zuschauer, sondern Teil eines groß angelegten Erziehungsprojekts.
Gerade bei internationalen Turnieren sieht man das besonders deutlich. Die sportliche Vorfreude rückt in den Hintergrund, während die Kommunikation drumherum immer stärker von politischen und gesellschaftlichen Botschaften geprägt ist. Gerade im Vorfeld der kommenden WM geht nichts ohne Infiltration.
Und genau da entsteht ein Bruch
Denn viele wollen einfach nur Fußball sehen. Leidenschaft, Rivalität, Emotionen. Kein Dauerfeuer an moralischen Appellen. Kein Gefühl, dass der Sport, den man liebt, ständig für etwas anderes eingespannt wird. Vielleicht ist das der eigentliche Kern des Problems: Der Fußball entfernt sich zusehends von den Fans, die ihn groß gemacht haben.
Am Ende wird sich nichts ändern, wenn jeder für sich nur den Kopf schüttelt. Der Fußball lebt von seinen Fans – und genau darin liegt auch die einzige echte Kraft, etwas zu bewegen. Rivalitäten gehören dazu, sie machen den Sport aus. Aber bei aller Konkurrenz auf dem Platz sollte klar sein: Wenn es um die Seele des Spiels geht, sitzen wir alle im selben Boot.
Denn egal ob auf der Nord-, Süd-, Ost- oder Westtribüne – die meisten wollen das Gleiche: ehrlichen Fußball, echte Emotionen und einen Sport, der nicht ständig für alles Mögliche instrumentalisiert wird. Vielleicht ist genau jetzt der Moment, sich daran zu erinnern, was uns verbindet.
In den Farben getrennt. In der Sache vereint.


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