Borussia wirkt bei El Mala weniger wie ein Klub mit klarer Idee als wie ein Beobachter, der sich (zu) spät entschlossen hat. Wenn das Talent schon in der Saison 2024/25 erkennbar war, drängt sich die Frage auf, warum man damals offenbar nicht bereit war, konsequent zu handeln.
Ja, Borussia Dortmund hatte Said El Mala schon im Sommer 2024 auf dem Zettel, also als er noch bei Viktoria Köln spielte, nach dem Sprung aus dem Nachwuchs in den Profibereich der 3. Liga. Damals soll Dortmund bereits konkrete Gespräche mit Familie und Beratern geführt und sogar einen Medizincheck vorbereitet haben; geplant war offenbar zunächst der Weg über U19/U23.
Kehl’s Versäumnisse will Book ungeschehen machen
Gerade Borussia Dortmund lebt wie kein anderer Club seit Jahren davon, Talente früh zu erkennen, zu entwickeln und rechtzeitig zuzugreifen — nicht erst dann, wenn der Marktpreis durch gute Leistungen explodiert ist. So entsteht der Eindruck, dass hier nicht Vision, sondern nachträglicher Zugzwang den Transfer bestimmt. Das ist sportlich riskant und wirtschaftlich nur schwer als „clever“ zu verkaufen.
Damit wird der Kern der Kritik deutlich: Der Spieler war also nicht erst ein spätes Bundesliga-Phänomen, sondern schon vor seinem großen Marktwertanstieg ein BVB-Thema. Der Club bezahlt am Ende oft den Preis für eigenes Zögern: erst beobachten, dann bewundern, dann zu spät teuer werden. Bei El Mala stellt sich deshalb weniger die Frage nach seinem Wert als nach schwarzgelber Weitsicht.

Nun fordert Köln 50 Mio. Euro – orientiert am Brentford-Angebot vom Mai, das El Mala persönlich abgelehnt hatte. Spieler und Familie sollen sich mit dem BVB bereits geeinigt haben, aber der FC sitzt am längeren Hebel: Vertrag bis 2030, keine Ausstiegsklausel, Weiterverkaufsbeteiligung der Viktoria bereits abgekauft.
Die vertane Chance: Vom „Schnäppchen“ zum Nationalspieler in eineinhalb Jahren
Der Preisvergleich ist drastisch: 2024 hätte der BVB noch beide Brüder für unter 500.000 Euro bekommen. 2026 kostet Said El Mala allein das 100-fache. Die entscheidenden Fehler des BVB im Jahre 2024 waren die Weigerung, Malek mitzuverpflichten, und die unzureichende sportliche Perspektive – während der 1. FC Köln genau diese Wertschätzung bot und damit das Vertrauen der Familie gewann.
Kein geringerer als El Mala selbst bestätigte dies in einem Interview mit dem Magazin „11 Freunde“: Er sei vom BVB nur für die U19 Youth League und das U23-Training vorgesehen gewesen. Sein Bruder Malek hingegen erhielt kein Angebot. Daraufhin zog Said seine Zusage zurück: „Für mich war klar: ‚Das mache ich nur, wenn Malek mitkommt.‘ Wollten sie nicht. Damit war’s für mich vom Tisch“ (Quelle: sport1.de).
Die Geschichte von Said El Mala und dem BVB ist ein Lehrstück über die Bedeutung von Wertschätzung und ganzheitlichen Angeboten im Nachwuchsbereich. Wäre der damalige BVB-Sportdirektor 2024 bereit gewesen, das Brüderpaar gemeinsam zu verpflichten und eine klare Profi-Perspektive aufzuzeigen, hätte er einen der begehrtesten Talente Europas für unter 500.000 Euro bekommen. Stattdessen zahlte der 1. FC Köln diese Summe und entwickelte El Mala innerhalb von 18 Monaten zu einem 45-Millionen-Euro-Spieler. Der BVB versucht nun, dieses Versäumnis zu korrigieren – allerdings zu einem 100-fach höheren Preis!


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