In den letzten Tagen gab es einige Artkel zu lesen über Marcel Sabitzer. Er ist beim BVB zu dem geworden, was man im Profifußball eine „teure Altlast“ nennt: Ein Spieler mit Topgehalt, dessen sportlicher Output nicht annähernd das investierte Geld rechtfertigt. Was bisher hinter vorgehaltener Hand diskutiert wurde, wird nunmehr immer lauter…

Statt das Spiel zu dominieren, verlangsamt der österreichische Ex-Teamkapitän es; statt Räume zu öffnen, spielt er Alibi-Pässe; statt defensiv zu stören, schont er sich. Die Zahlen untermauern das Urteil: keine Tore, wenig Vorlagen, wenig Impact – immerhin bei einem Jahresgehalt im Bereich von geschätzten acht Millionen Euro.

Was die Zahlen sagen: Output im Verhältnis zum Gehalt

  • Pflichtspiele beim BVB (seit 2023):
    122–123 Einsätze, 8 Tore, 14–15 Vorlagen.
  • Vorsaison (wettbewerbsübergreifend):
    34 Spiele, 1 Tor, 4 Assists – eine magere Bilanz für einen vermeintlichen Führungsspieler.
  • Bundesliga 2025/26 (ESPN-Statistik):
    26 Spiele, 1 Tor, 2 Vorlagen.
  • Gehalt: kolportierte ~8 Mio. €/Jahr;
    damit einer der „Topverdiener“ im Kader, während etwa neue Mittelfeldspieler wie Veerman, Karetsas, Konstantelias nur etwa die Hälfte kosten sollen.
  • Ablöse damals: 19 Mio. € an den FC Bayern
    – eine Investition, die sich sportlich nie amortisiert hat.

Rein rechnerisch bedeutet das: weniger als „ein Tor“ alle 15 Spiele und weniger als eine Torbeteiligung alle 5–6 Spiele – bei einem Gehalt, das ihn zum teuersten „Rotationsspieler“ der Mannschaft macht.

Spielstil: Verlangsamung statt Kontrolle

Der Vorwurf, Sabitzer mache das Spiel langsam, ist keine bloße Meinung – es ergibt sich aus seiner Rolle und seinen Aktionen:

  • Er wird primär als polyvalenter Achter eingesetzt, rückt aber je nach Konkurrenz (Nmecha, Bellingham, Veerman) auf Flügel und Halbräume aus – ohne dort eine klare Profilrolle zu finden.
  • In der Bundesliga 2026/27 kam er bisher nur als Joker (Einwechslungen gegen HSV, Paderborn etc.), Startelfeinsätze blieben aus – ein Indiz, dass Kovac ihn nicht als Taktgeber, sondern eher als Lückenfüller sieht.
  • Seine Pässe sind oft zwar recht sicher, aber horizontal oder rückwärts: „Alibi-Pässe“, die den Ballbesitz statistisch erhöhen, aber keine vertikale Gefahr erzeugen.
  • Defensiv zeigt er keine auffälligen Werte: keine herausragenden Zweikampfquoten, keine besonderen Balleroberungen – im CL-Spiel gegen Villarreal zwar „viel Intensität“ und „gute Balleroberungen“, aber das bleibt die Ausnahme, nicht die Regel.

Kurz: Der Offensivspieler (lt. Ralf Ragnick) Sabitzer sichert ab, statt zu gestalten. Er verwaltet, statt zu entscheiden. Zu wenig für die Ansprüche von Borussia Dortmund.

Defensive Schwächen sind offenkundig

Die Kritik, Sabitzer reiße sich defensiv kein Bein aus, lässt sich problemlos aus seinen verfügbaren Daten ableiten:

  • In der Vorsaison fiel er trotz 34 Einsätzen nie als defensiver Stabilisator auf – sonst wäre er nicht so schnell durch Veerman & Co. verdrängt worden.
  • Seine Zweikampfquote liegt knapp im Mannschaftsdurchschnitt, nicht darüber; bei einem Mittelfeldspieler mit Führungsanspruch wäre mehr erwartet worden.
  • Trainer Kovac lobt zwar seine „aggressive Spielweise“, doch diese Aggressivität zeigt sich eher in Pressingsituationen mit Ball, nicht im konsequenten Nacharbeiten ohne Ball.

Torgefahr: Kein Unterschiedsspieler

Sabitzers Torstatistik entlarvt den Mythos vom „erfahrenen Führungsspieler mit Abschlussqualität“…

  • 1 einziges Tor in 26 Bundesliga-Spielen 2025/26 – das ist keine Offensivwaffe, das ist statistisches Rauschen.
  • 8 Tore in über 120 Pflichtspielen für den BVB – bei einem Mittelfeldspieler mit Offensivambitionen zu wenig.
  • Der Kontrast zur Nationalmannschaft (13 Tore in 31 Spielen seit 2023) zeigt: Sabitzer kann Tore schießen – aber leider nicht im Verein, wo die Räume enger und die Erwartungen an ihn durchaus höher sind.

Fazit: Ein Spieler, der den BVB mehr kostet als er ihm bringt

Sabitzer ist gewiss kein schlechter Fußballer – aber er ist ein zu teurer Fußballer für das, was er liefert. Er verlangsamt das Spiel, liefert defensiv keine Mehrwerte, trifft zu selten und kostet ein Vermögen. In einem Kaderumbruch, der auf junge, hungrige und kosteneffiziente Spieler setzt, ist er das perfekte Beispiel für die alte BVB-Politik: viel Geld für Namen, wenig Return on Investment.

Kurzum: Wenn der BVB wirklich „weg will von der Altlasten-Ökonomie“, dann muss Sabitzers letzte Saison nicht als „verdiente Abschiedstour“ verkauft werden – sondern als Lehrstück, wie man Spieler richtig bewerten sollte.



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