Borussia Dortmund hat den polnischen Offensivspieler Marcel Regula offenbar noch nicht abgeschrieben. Der 19-Jährige von Zagłębie Lubin stand bereits im Sommer unmittelbar vor einem Wechsel zum BVB. Jetzt könnte das Thema im Winter oder spätestens im Sommer 2027 wieder Fahrt aufnehmen.

Marcel Reguła wurde am 26. Oktober 2006 geboren und ist polnischer U21-Nationalspieler. Er steht bei Zagłębie Lubin unter Vertrag, dem Klub aus der niederschlesischen Stadt Lubin – auf Deutsch Lüben. Sein Vertrag läuft nach aktuellen Spielerdaten bis zum 30. Juni 2028.

Als ausgebildeter Mittelfeldspieler, kann er aber auch auf der rechten offensiven Außenbahn eingesetzt werden. Genau diese Flexibilität soll ihn für Borussia Dortmund interessant machen. Der BVB sucht seit längerer Zeit nach Spielern, die mehrere Positionen im Angriff besetzen können, ohne dass dafür jedes Mal ein Systemwechsel notwendig wird.

Seine bisherigen Zahlen zeigen einen Spieler, der sich noch in der Entwicklung befindet, aber bereits regelmäßig auf hohem Niveau eingesetzt wird. In der Ekstraklasa-Saison 2025/26 kam Reguła auf 31 Einsätze, fünf Tore und drei Vorlagen. In der laufenden Spielzeit stehen nach neun Ligapartien zwei Treffer zu Buche.
Kein fertiger Star

Wer Reguła als fertigen Ersatz für einen etablierten BVB-Offensivspieler erwartet, dürfte allerdings zu viel verlangen. Der Pole ist ein Perspektivspieler – und genau als solcher soll Dortmund ihn betrachten.

Seine Stärken liegen offenbar vor allem in seiner offensiven Beweglichkeit, seiner technischen Veranlagung und der Fähigkeit, aus dem Mittelfeld heraus auf die Außenbahn auszuweichen. Er kann Räume attackieren, sich in Eins-gegen-eins-Situationen einschalten und durch seine Positionswechsel schwer ausrechenbar werden.

Defensiv besitzt sein Spiel dagegen noch Entwicklungspotenzial. Auch körperlich und taktisch müsste sich Reguła in Dortmund an ein deutlich höheres Tempo gewöhnen. Der mögliche Transfer wäre deshalb weniger eine Sofortlösung als eine Investition in die Zukunft.

Das passt grundsätzlich zum Dortmunder Transferprofil: junge Spieler verpflichten, ihnen ein anspruchsvolles Umfeld bieten und sie Schritt für Schritt an die Herausforderungen der Bundesliga heranzuführen.

Warum der Sommerwechsel platzte

Im September war der Wechsel offenbar bereits weit fortgeschritten. Laut Berichten in polnischen Medien soll Regula den Klub für rund fünf Millionen Euro plus möglicher Bonuszahlungen verlassen können. Zusätzlich stand demnach eine Beteiligung von zehn Prozent an einem späteren Weiterverkauf im Raum.

Dennoch kam der Transfer nicht zustande. Nach den vorliegenden Berichten lag das Problem weniger beim Spieler als bei der Dortmunder Kaderplanung. Der BVB hatte auf Einnahmen durch Abgänge gehofft. Unter anderem soll ein geplanter Verkauf von Luca Reggiani gescheitert sein, weil der Spieler Borussia Dortmund nicht verlassen wollte.

Damit fehlte offenbar der finanzielle Spielraum, um Reguła „zusätzlich“ zu verpflichten. Dortmund entschied sich stattdessen für eine günstigere und kurzfristig flexiblere Lösung: die Leihe von Ethan Nwaneri vom FC Arsenal. Hintergrund des Handelns war die schwere Kreuzbandverletzung von Giannis Konstantelias.

Für Regula war das ein Rückschlag – aber möglicherweise kein endgültiges Aus.
„Aufgeschoben, nicht aufgehoben“

Der damalige Präsident von Zagłębie Lubin, Pawel Jeż, hatte nach dem geplatzten Wechsel eine bemerkenswerte Aussage gemacht:

„Borussia Dortmund plant für die Zukunft mit Marcel Regula. Wir werden sehen, ob es im Winter oder erst im kommenden Sommer so weit sein wird.“

Diese Aussage ist keine offizielle Wechselbestätigung. Sie zeigt aber, dass die Gespräche offenbar weit genug fortgeschritten waren, um auf polnischer Seite von einem konkreten Dortmunder Interesse auszugehen. Jeź verlor wenige Tage später sein Amt, wodurch diese Aussage natürlich zusätzlich mit Vorsicht zu bewerten ist.

Auch aktuelle Berichte aus Deutschland ordnen Regula weiterhin als ein BVB-Thema ein. Nach Informationen von ‚BILD‘ soll er in Dortmund nach wie vor weit oben auf der Liste für die Offensive stehen. Ob es im Winter tatsächlich zu einem neuen Vorstoß kommt, ist allerdings offen.

Was für einen Winterwechsel spricht

Mehrere Faktoren könnten das Thema allerdings schon im Januar wiederbeleben:

Der BVB beobachtet die dünne Besetzung auf den Außenbahnen. Regula kennt das Dortmunder Interesse bereits. Die Verhandlungen waren im Sommer offenbar weit gediehen. Arsenal besitzt bei Nwaneri eine vorzeitige Rückholoption für den Winter.

Ein möglicher Nwaneri-Abgang könnte erneut Bedarf im Dortmunder Angriff schaffen.
Sollte Arsenal Nwaneri tatsächlich zurückholen, müsste Dortmund kurzfristig entscheiden, ob intern eine Lösung vorhanden ist. Reguła könnte dann erneut auf den Tisch kommen.

Allerdings wäre ein Wintertransfer für Zagłębie nicht zwingend. Der Klub besitzt dank des Vertrags bis 2028 eine starke Verhandlungsposition. Wenn Regula seine Entwicklung fortsetzt, könnte Lubin im Sommer auf eine noch höhere Ablöse hoffen.

Was gegen den Transfer spricht

Nach wie vor muss man sagen: Ein Selbstläufer ist der Wechsel keineswegs.

Regula ist bislang ein talentierter Spieler mit interessanten Ansätzen, aber noch kein nachgewiesener Bundesliga-Spieler. Der BVB müsste deshalb abwägen, ob die Ablöse in Höhe von möglicherweise fünf Millionen Euro plus Boni für ein Talent gerechtfertigt ist, das vermutlich nicht sofort regelmäßig in der Startelf stehen würde.

Außerdem könnte sich Dortmund im Winter für eine andere kurzfristige Verstärkung entscheiden. Ein Spieler mit Bundesliga-Erfahrung oder ein flexibel einsetzbarer Leihspieler wäre möglicherweise attraktiver, wenn der Klub lediglich eine vorübergehende Lücke schließen möchte.

Auch Zagłębie muss nicht verkaufen. Ein Vertrag bis 2028 gibt dem polnischen Klub Zeit und Verhandlungsmacht. Sollte Reguła in den kommenden Monaten weiter Tore und Assists sammeln, dürfte Lubin kaum bereit sein, ihn zu einem deutlich niedrigeren Preis als im Sommer abzugeben.

Das BVB-Fazit

Marcel Regula ist kein fertiger Superstar und auch kein sicherer Winterneuzugang. Er ist ein 19-jähriger polnischer U21-Nationalspieler mit offensiver Flexibilität, regelmäßiger Spielpraxis und einem Profil, das grundsätzlich zum BVB passt.

Der entscheidende Punkt: Dortmund war im Sommer offenbar nicht nur lose interessiert. Die Gespräche waren weit fortgeschritten, der Transfer stand zumindest nach übereinstimmenden Berichten im Raum. Deshalb ist Reguła mehr als ein gewöhnliches Transfergerücht.

Für die BVB-Fans bleibt die spannende Frage, ob der Klub im Winter tatsächlich nachlegt – oder ob Dortmund das Talent weiter beobachtet und erst im Sommer 2027 zuschlägt.

Regula bleibt ein Kandidat. Aber aus dem „Fast-Transfer“ muss erst noch ein echter BVB-Wechsel werden.


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