Eine Chronologie in 4 Akten:

Akt 1 – Abfahrt aus Deutschland
Akt 2 – Reise quer durch Europa
Akt 3 – Die Türkei und ihre Regeln
Akt 4 – Griechenland und Zypern

Einleitung

Wie so oft fängt alles ganz harmlos an. Ich war schon immer unbequem und erlaubte mir stets eine eigene Meinung. Und so verwundert es auch nicht, dass ich praktisch mein ganzes Leben in und mit der Politik (die letzten fünf Jahre davon sogar aktiv im Bundestag) verbracht habe – freilich von der Überzeugung beseelt, etwas zu Veränderungen (Verbesserungen) beitragen zu können.

Schon als 18-Jähriger entschied ich mich in meiner Geburtsstadt Dortmund, immerhin in den 70er Jahren so etwas wie die „Herzkammer der Sozialdemokratie“ für die Opposition. So bleibt man demütig, wächst mündig auf und entwickelt sich zwangsläufig durchaus argumentationsstark. Geprägt durch ein bürgerlich-konservatives Elternhaus stand unsere Familie für ein christliches Wertefundament und trat kritisch für eine gerechte, ausgewogene Sozialpolitik ein.

Doch dieses Deutschland gibt es nicht mehr. Spätestens seit eine gewisse Angela Merkel die CDU 2006 an sich riss und sukzessive stark ins linke Spektrum verschoben hat, muss man diese Veränderung der politischen Landschaft geradezu als „Todsünde“ bezeichnen. Denn daraus folgte Staatsversagen. Plötzlich hatten Menschen das Gefühl, dass die originären Aufgaben, für die es einen Staat gibt, unterrepräsentiert waren bzw. gar nicht mehr funktionierten.

Die Folge war ein nur noch geringes Vertrauen, weil sich die bundesdeutsche Parteienlandschaft inzwischen „inhaltlich“ kaum noch voneinander unterscheidet. Dazu kam, dass die seit 2013 verfolgte „Wir-schaffen-das“ der offenen Grenzen-Politik, inzwischen zu einer nie dagewesenen Identitäts-verunstaltung und dem kontrollierten Verlust der inneren Sicherheit Deutschlands geführt hat.

Dies und die amateurhaft fahrlässige Berliner Energiepolitik zwingen einen förmlich zum Nachdenken. Denn die Welt, wie wir sie kennen, steht bedenklich an einem Wendepunkt. Energie wird zum Machtfaktor und die Versorgung wird zur Achillesferse – wie das Beispiel Iran-Krieg gezeigt hat.

Ein weiterer Auswanderungsgrund ist die irrwitzige Vorantreibung eines globalen Krieges mit Russland ab 2030. Alle Weichen werden längst auf dieses Datum hin gestellt – die Vorbereitungen (Schulungen) sind zu erkennen (für diejenigen, die sehen wollen!). Die Automobilindustrie, einstmals führend in der Welt, schließt Werke, um diese für den Bau von „Kriegsgerät“ umzurüsten.

Über Europas Himmel kreisen pausenlos Flugzeuge und versprühen üble Substanzen, vermutlich um die Bürger „schläfrig“ zu halten, damit sie sich nicht mehrheitlich entrüsten über die abgehobene Politikerkaste, die unsere Werte (und Pässe!) verschleudert, Schulden mit Taschenspielertricks aufnimmt („Sondervermögen“) und Geld für jeden Blödsinn ins Ausland verschenkt (Stichwort: Fahrradwege in Peru!).

All diese Dinge zusammengenommen bilden die Basis für einen letzten großen Schritt – weg aus den Zentren der freiheitlichen Einschränkung und der Sonne entgegen. Lange währte diese Entscheidung. Seit etwa 2022 habe ich begonnen, Nordzypern zu bereisen und die Insel kennenzulernen.

2025 schrieb ich meine Eindrücke in dem Buch „Fliegen ohne Flügel“ auf 280 Seiten im Europa Verlag nieder und schilderte die vielen realen Vorzüge praxisnah für Menschen, die ähnlich dachten/denken wie ich und denen „Freiheit“ ebenfalls überragend wichtig ist.

„Lebensabend unter Palmen“ war nun mehr als eine Idee – es wurde ein Projekt. Und entgegen so manchem Artikel meiner Journalisten-Kollegen beginne ich mit dem Ende – sprich der Auswanderung – und schreibe meine Erfahrungen retrospektiv auf. Angesichts der zunehmenden Verwerfungen in Deutschland werden noch einige Menschen wertvolle Tipps benötigen für diesen – aus meiner Sicht – letztlich unvermeidlichen Schritt.

Es folgt: Chronologie der Ereignisse

1. Tag (Donnerstag) – Abfahrt aus Deutschland

Nachdem wir im Bürgeramt den Vermerk „keine Wohnung in Deutschland“ in unsere Personalausweise eingeklebt bekommen hatten, war es, ich gebe es zu, zunächst ein etwas merkwürdiges Gefühl. Irgendwie schon ein bisschen so, als wären wir fahnenflüchtig oder abtrünnig. Aber eine innere Stimme sagte: tu es, wag es!

Also haben wir unsere umfangreichen Vorbereitungen konsequent umgesetzt. Gekauft wurde von einem befreundeten Automechaniker ein IVECO, 3,5 t Sprinter mit 7 Metern Länge. Hier hatten wir Platz für den zusammenschrumpften Rest unserer Habseligkeiten, die es zu verpacken galt. Von unzähligen Erinnerungen, Sammlungen, Büchern, CD’s und Schallplatten hieß es Abschied nehmen – teilweise zu enttäuschenden Erlösen.

Wenn wir da schon geahnt hätten, was dieses Auto uns im Laufe der Reise noch für Scherereien einbringen sollte, wäre sicher im Vorfeld eine andere Entscheidung gefällt worden – aber dazu später mehr. Mittags um 12 Uhr wollten wir auf unserer ersten Etappe gen Sachsen starten. Im Erzgebirge wollten wir mit einem Freund und Geschäftspartner „griechisch“ essen gehen. Doch daraus wurde nichts, denn wir kamen gerade einmal bis Kassel. Exakt im Knotenpunkt zwischen dem Autobahnkreuz Kassel-West von der A 44 auf die A7 in Richtung Norden löste sich eine Schelle des Unterdruckschlauches mit weitreichenden Folgen.

Da ich nach über 30 Jahren 2025 – folgerichtig – aus dem ADAC ausschied, war keinerlei Hilfe aus München zu erwarten. Mein eigens bei der Izehoher abgeschlossener Schutzbrief führte ebenfalls nicht zu nennenswerter Unterstützung. Hier wurde einmal mehr deutlich, was in Deutschland im Argen liegt, denn man verkompliziert den Zugang zum durchaus vorhandenen Hilfspotenzial derart, dass Betroffene schier verzweifeln müssen (von den langen Wartezeiten mal ganz abgesehen). In unserem Fall kam dann der Apschleppdienst Glinicke und der Fahrer wollte nicht bloß abschleppen, sondern packte sofort mit an.

Wenige Minuten später tauchte dann Murat auf, von dem wir den IVECO mit frischem Ölwechsel übernommen hatten. Er war die 160 Kilometer zur Hilfe geeilt. Wir stellten fest, dass es auch Probleme mit dem Turbo gab. Kurzum: alles zurück auf Anfang und ab in die Werkstatt in Bergkamen, wo sich die beiden Mechaniker sogleich ans Werk machten. Wir legten uns im Büro etwas auf’s Ohr, was angesichts der noch folgenden 3500 Kilometer absolut Sinn gemacht hat.

Teil 2: Reise quer durch Europa


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