Heimlich, aber mit bemerkenswerter Dynamik, schiebt sich Nordzypern auf der Landkarte beliebter Auswanderungsziele nach vorn. Während früher vor allem die Republik Zypern im Süden als attraktive Alternative für Auswanderer galt, verändert sich die Wahrnehmung zunehmend.
Ein wesentlicher Grund: Die EU-Mitgliedschaft, die für viele lange Zeit ein entscheidender Standortvorteil war, wird inzwischen von einem Teil der Auswanderer »kritisch« gesehen. Mit der weiteren europäischen Integration und insbesondere der Perspektive eines Beitritts zum Schengenraum verbinden manche Menschen mehr Regulierung, Kontrolle und – analog Deutschland – abnehmende individuelle Freiheit.
Nordzypern bietet dagegen – trotz, oder gerade wegen seiner politischen Sonderstellung – ein Umfeld, das viele Auswanderer als unkomplizierter, freier und weit weniger reguliert empfinden. Hinzu kommen vergleichsweise attraktive Lebenshaltungskosten, noch bezahlbare Immobilienpreise und eine bereits stark angewachsene deutsche Expat-Community.

Damit vollzieht sich auch ein bemerkenswerter gedanklicher Wechsel.
Nordzypern wird zwar nicht über Nacht zum neuen „Auswanderer-paradies“. Aber die Richtung ist erkennbar: Immer mehr Menschen schauen bei der Suche nach einem neuen Lebensmittelpunkt nicht mehr automatisch nur in den Süden – sondern aufgrund der überragenden Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich „persönlicher Freiheit“ über die Grenze nach Norden.
In den letzten Wochen lasen wir überall die erschreckenden Zahlen des Statistischen Bundesamtes, wonach bereits 300.000 Deutsche das Land verlassen haben. Die seriöse Konrad Adenauer- Stiftung spricht in einem Gutachten sogar von 8,2 Millionen „auf gepackten Koffern“. Das sind alarmierende Zahlen.


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