Diese ekelhafte Heuchelei ist wahrlich atemberaubend: Kaum bestätigt Audi-CEO Gernot Döllner auf der Bühne neben Donald Trump im US-Midterms-Wahlkampf die 4,2-Milliarden-Dollar-Investition in ein neues Werk im US-Bundesstaat Georgia, da entdecken SPD, Grüne und Teile der CDU die abgedroschene – ihnen ansonsten doch als klares Indiz für eine gesichert rechtsextreme Gesinnung geltende – Parole vom „Vaterlandsverrat“ für sich.

Der Audi-Chef tritt bei Donald Trump auf die Bühne und verkündet 4,2 Milliarden Dollar für ein neues Werk in Georgia. 200.000 Fahrzeuge im Jahr. Rund 4.500 Arbeitsplätze. In Amerika. Und was passiert hier? SPD-Politiker nennen es „Schande“. Andere reden von „Vaterlandsverrat“. Entschuldigung, aber geht’s noch?!

Reden wir über das, was wirklich los ist:

▪️ Audi baut in Deutschland bis 2029 bis zu 7.500 Stellen ab.
▪️ Das Werk in Brüssel ist geschlossen.
▪️ Die US-Zölle kosteten den Konzern 2025 rund 1,2 Milliarden Euro.
▪️ Energie, Abgaben und Bürokratie machen Produktion in Deutschland immer teurer.

Dazu kommt, was jeder täglich sieht: explodierende Energiekosten, steigende Insolvenzzahlen, Wohnungsnot, Ärztemangel, Krankenhaussterben, marode Schulen, überschuldete Kommunen und eine Bürokratie, die jede Initiative erstickt.

Die Frage lautet also nicht, warum ein deutscher Manager in Amerika auf einer Bühne steht, sondern warum sind diese Milliarden nicht für Deutschland zu haben?

Man hat auf eine Technologie gesetzt, die per Verbot durchgedrückt werden sollte, statt den Markt entscheiden zu lassen. Der Verbrenner, jahrzehntelang Deutschlands Stärke, wurde politisch entwertet. Bei Elektro dagegen sind uns sogar chinesische Hersteller davongefahren. Das Ergebnis: Bei VW liegt der E-Anteil an den Neuzulassungen bei gerade fünf Prozent, und die Beschäftigtenzahl der Branche sinkt auf den niedrigsten Stand seit über 20 Jahren. Wer Technologieoffenheit gefordert hat, wurde als Gestriger abgetan. Heute zahlen die Beschäftigten die Rechnung.

Ja, auch Manager haben Fehler gemacht. Aber die Politik hat diese Fehler verstärkt, statt Spielraum zu lassen. Ein Unternehmen, das dorthin investiert, wo Energie bezahlbar, Genehmigungen schnell und Märkte nah sind, verrät nichts. Es rechnet. Das ist keine Schande, das ist Überlebensinstinkt.

Vaterlandsverrat ist nicht der Auftritt eines Vorstandschefs. Vaterlandsverrat ist eine Politik, die den Standort ruiniert und anschließend die moralisch angreift, die daraus die Konsequenzen ziehen.

Was Deutschland jetzt braucht, ist kein „Empörungsritual“ – sondern eine Wende:
✅ bezahlbare Energie
✅ radikaler Bürokratieabbau
✅ weniger Steuern und Abgaben
✅ Technologieoffenheit statt Verboten

Wer das nicht liefert, hat kein Recht, fadenscheinigen „Patriotismus“ von anderen einzufordern.

Oder um es mit dem Titel des neuen Buchs von Prof. Raphael Bonelli zu sagen: „Deutschland will nicht mehr.“

Nein, Deutschland wollte arbeiten, bauen, erfinden.
Man hat es nur nicht mehr gelassen.


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