Warum die 8,2 Millionen Deutsche ihren „Plan B“ brauchen – und was die Wahl in Sachsen-Anhalt für das Land wirklich bedeutet
Es ist eine Zahl, die in der Nachrichtenflut so ein wenig untergeht, aber die Realität eines ganzen Landes beschreibt: 300.000 Deutsche haben 2025 das Land verlassen – mehr als je zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Und das ist wie immer nur die berühmte Spitze des Eisbergs. Denn während die offizielle Statistik nur die tatsächlichen Fortzüge zählt, zeichnen Umfragen ein weit dramatischeres Bild: 8,2 Millionen erwachsene Deutsche – 14 Prozent der Bevölkerung – planen konkret, innerhalb der nächsten fünf Jahre auszuwandern (Quelle: KAS).
Besonders alarmierend: Bei den 30- bis 39-Jährigen – jener Generation, die Familien gründet, Unternehmen aufbaut und den Sozialstaat noch Jahrzehnte finanzieren soll – sind es unfassbare 27 Prozent, also mehr als jeder Vierte!
Wer das als Randnotiz abtut, hat nicht verstanden, was hier gerade wirklich passiert. Das ist kein statistisches Rauschen. Das ist ein Misstrauensvotum – gegen 16 Jahre politischen Stillstand, der Reformen verschleppt und ein Land hinterlassen hat, in dem sich immer mehr Menschen absolut nicht mehr zu Hause fühlen.
Die Merkel-Bilanz ist der Preis des „Weiter-so“
Angela Merkel regierte von 2005 bis 2021. Vier Wahlperioden, eine Kanzlerschaft, die das Land geprägt hat wie kaum eine andere – aber auch eine Bilanz voller unbequemer Fragen. Fünf Verwerfungen stechen heraus:
- Energiepolitik: Der abrupte und sinnlose Atomausstieg 2011 nach zuvor beschlossener Laufzeitverlängerung – Strategie im Zickzack folgte eine leichtsinnige Energiepolitik, deren Naivität die autochthone Bevölkerung teuer zu stehen kommt.
- Migration 2015: Sintflutartige Aufnahme von nicht integrierbaren Bevölkerungsgruppen nach Plan – mit administrativer Überforderung und gesellschaftlicher Spaltung, die nicht nur bis heute nachwirkt, sondern Land und Traditionen geradezu umkrempelt.
- Digitalisierung: Jahre des Investitionsstaus in Infrastruktur, alleingelassene Verwaltungen, abgehängte Schulen – während andere Länder vorbeizogen.
- EU: Insbesondere in dieser Zeitspanne wurden – oft mit breiter parlamentarischer Mehrheit – politische Entscheidungsbefugnisse an Brüssel übertragen, die sich dann dort als negative Regelungen erwiesen und sogar deutschen Wirtschaftsinteressen widersprechen (Stichwort: geplantes Verbrenner-Aus).
- Bürokratie: Regulierungswut und fehlende Entlastungen, bremsten das Produktivitätswachstum – stattdessen wurden Unternehmen belastet und der Mittelstand, einst die Schwungscheibe der Nation, dramatisch in ihrer Existenz gefährdet.
Die Bundesbank hat nachgemessen: Allein die Bürokratiekosten für Unternehmen sind zwischen 2022 und 2024 von durchschnittlich 5 auf rund 7 Prozent des Jahresumsatzes gestiegen – ein Anstieg um fast die Hälfte(!). Das ifo-Institut beziffert die jährlich entgangene Wirtschaftsleistung durch Bürokratie auf unvorstellbare 146 Milliarden Euro. Das ist kein abstrakter Standortfaktor. Das ist Geld, das nicht in Löhne, Investitionen oder neue Arbeitsplätze fließt.
Zahlen, die wehtun
Wer wissen will, wie es um das Land wirklich steht, muss sich drei üble Verwerfungen ansehen:
Wirtschaftliche Stagnation. Zwei Rezessionsjahre in Folge – 2023 mit −0,9 Prozent, 2024 mit −0,5 Prozent. 2025 dann ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent, das fast ausschließlich vom Konsum getragen wurde, während Exporte und Investitionen dramatisch einbrachen. Dazu eine Inflation von 2,8 Prozent im Juli 2026 – bei Energie sogar 8,3 Prozent. Wahnsinn!
Die Infrastrukturschere. 231,2 Milliarden Euro kommunaler Investitionsstau – ein neuer Höchststand, ein Plus von 67 Prozent seit 2018. Allein 68,9 Milliarden Euro fehlen bei Schulen, 53,7 Milliarden bei Straßen. Und die Bahn? 2025 kamen nur 60,1 Prozent der Fernzüge pünktlich an, im Oktober sogar nur 51,5 Prozent.
Die soziale Verunsicherung. Bürokratiekosten belasten Unternehmen mittlerweile mit 62,5 Milliarden Euro pro Jahr. 80 Prozent der Kliniken schreiben rote Zahlen. Und selbst unter Eingewanderten denken dort laut Erhebungen 26 Prozent ernsthaft über eine Auswanderung nach.
Wer geht weg – und warum
Das Statistische Bundesamt listet auf: 2025 verließen knapp 97.000 mehr Deutsche das Land als zurückkehrten – 30 Prozent mehr als noch 2023. Gleichzeitig sank die Nettozuwanderung nach Deutschland auf 235.000 Personen, den niedrigsten Wert seit 2010 (Corona-Jahre ausgenommen). Zum Vergleich: 2023 waren es noch 663.000.
Die INSA-Umfrage vom Juli 2026 legt die Gründe offen. Ganz oben: Kostenentwicklung und Steuern (schon 43 Prozent nennen sie als entscheidenden Faktor), gefolgt von Bürokratie und Regulierungswut, politischer Ernüchterung und einem stark schwindenden Sicherheitsgefühl – 39 Prozent der Befragten glauben zudem, über Gewalttaten werde medial zu wenig berichtet.
Am dramatischsten aber ist die Lage bei den Selbstständigen. Sie sind die Innovatoren, die Arbeitgeber, die Steuerzahler von morgen – und ausgerechnet sie denken in besonders hohem Maß über einen Wegzug nach, getrieben von Steuer- und übertriebener Regulierungslast. Wenn sie gehen, gehen mit ihnen auch Arbeitsplätze, Know-how und Steuereinnahmen.
Der „Plan B“ als neue Normalität
Diese Auswanderungsbereitschaft ist mehr als eine Reaktion auf einzelne Missstände. Sie ist Ausdruck eines tiefen Vertrauensverlusts in die politische Führung. Aufbruch bereite Menschen informieren sich über Steuermodelle in Nordzypern, Dubai oder der Schweiz. Unternehmer prüfen die Verlagerung von Firmensitzen. Familien denken über alternative Wohnorte und neue Lebensmodelle nach.
Das ist keine „Flucht“. Das ist rationale Vorsorge in einer Welt, die volatiler geworden ist – wer kann, sichert sich jetzt ab. Die Dinge, die früher selbstverständlich waren – Stabilität, Planbarkeit, Sicherheit – fühlen sich plötzlich anders an und man fängt an zu verstehen, dass ein Leben ohne Alternativen ein riskantes Leben ist.
Sachsen-Anhalt: Der Testlauf für die Republik
Am 6. September 2026 wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Die Umfragen zeigen ein historisches Bild: Die AfD liegt stabil bei 41–43 Prozent – weit vor CDU (24), Linke (13), SPD (7) und Grünen (5). Ein Ergebnis, das zeigt, was möglich sein kann, wenn Frust sich in Wählerstimmen übersetzt.
Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann, seit 2016 im Landtag, seit 2022 Fraktionsvorsitzender, tritt an mit dem Versprechen „Alles ist möglich“ und „Hol dir dein Land zurück“. Sein 100-Tage-Programm ist konkret wie selten: rigorose Grenzkontrollen und eine Abschiebe-Task-Force, das Ende der Rundfunkstaatsverträge, Arbeitspflicht für Asylbewerber, die Abschaffung der Energiesteuern auf Sprit, ein Stopp der Ukraine-Hilfen, die Reaktivierung von Kernkraftwerken.
Ein zentrales Element seines Programms: die Rückholung ausgewanderter deutscher Fachkräfte. Im MDR-Interview sagte Siegmund:
„Mehrere Millionen Deutsche haben dieses Land verlassen, weil sie die Zustände hier leider nicht mehr aushalten. Jeder fünfte junge Deutsche denkt gerade ans Auswandern. Unsere Ärzte gehen in die Schweiz, gehen nach Norwegen, wir fliegen hier Ärzte aus Indien von sonst woher ein und sind damit der Meinung, das Problem zu lösen. Das ist auch Teil des Remigrationsprogramms, dass wir unsere eigenen Leute wieder zurückholen, weil die sind ausgebildet und die sprechen unsere Sprache.“
Für viele Wähler ist der sympatische Siegmund inzwischen längst ein Hoffnungsträger: klare Kante statt Zaudern, schnelle Entscheidungen statt Ankündigungspolitik. Er spricht die Themen an, die Menschen im Alltag umtreiben – Sicherheit, Wirtschaft, das Gefühl, nicht mehr gehört zu werden.
Was auf dem Spiel steht
Die Wahl in Sachsen-Anhalt ist deshalb weit mehr als nur eine gewöhnliche Landtagswahl. Sie ist ein Signal an die untergehende linke Berliner Republik.
Die Menschen wollen Wandel jetzt – kein „Weiter-so“ mehr. Schafft die AfD sogar die absolute Mehrheit (45 Prozent plus X), wie von Siegmund angestrebt, wäre das ein historisches Ereignis – der erste AfD-Ministerpräsident in der Geschichte der Bundesrepublik.
Wird das Auswirkungen haben auf die Millionen potenziellen Auswanderer? Kurzfristig werden sie ihre Pläne wohl umsetzen wie geplant, unabhängig vom Wahlausgang. Mittelfristig könnte sich das ändern, wenn sich durch eine Politik der Vernunft und klaren Entscheidungen in der Migrationspolitik das abhanden geratene Sicherheitsgefühl tatsächlich wieder etwas verschiebt. Langfristig gilt: Nur ein Land, das wieder attraktiv ist – wirtschaftlich, gesellschaftlich, politisch – holt sich seine verlorenen Menschen mit Glaubwürdigkeit zurück.
Fazit
Die Zahlen sind eindeutig, auch wenn sie unbequem sind: 300.000 Fortzüge 2025, 8,2 Millionen mit konkreten Auswanderungsplänen. Hohe Kosten, Bürokratie, politische Verunsicherung, ein schwindendes Sicherheitsgefühl – das sind keine gefühlten Probleme, das sind gemessene Vorbehalte.
Die Merkel-Ära hat den politischen Status quo über 16 Jahre zementiert. Sie kann allein schon „moralisch“ keineswegs als künftige Bundespräsidentin in Betracht kommen – das wäre in etwa so, als würde man einen Waldbrand mit Benzin löschen wollen! Die Wahl in Sachsen-Anhalt am 6. September ist ein Testlauf dafür, ob eine Alternative zu dem linken Einheitspartei-Mischmasch mehrheitsfähig wird. Erstmals besteht die Chance, dass ein weder von der Geschichte der alten Bundesrepublik noch der DDR sowie den Dogmen des Parteienstaats belasteter Mann einen Teil des Landes regiert. Rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte haben es quasi selbst in der Hand, ob wir auf die »Islamische Republik Deutschland« zusteuern, oder nicht!


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